Die österreichische Küche ist sozialhistorisch sehr eng mit dem Rindfleisch-Genuss verbunden, wie man an der Auslastung von typischen "Rindfleisch-Tempeln" erkennen kann. Denn mit der Siedefleisch-Küche verbinden die Österreicherinnen und Österreicher offenbar auch einen Teil ihrer Lebenskultur, auf den sie ungern verzichten würden
Durch die Haltung im Berggebiet sowie aufgrund der extensiven Haltungsformen hat sich ein Rind mit besonderer Anpassungsfähigkeit an schwierige Standorte entwickelt.
Die äußeren Kennzeichen dieser bodenständigen Rinderrasse sind die kastanienbraune Grundfarbe mit charakteristischer weißer Farbzeichnung über Widerrist, Rücken, Oberschenkel, Bauch und Unterbrust und die dunklen, harten Klauen. Besondere Merkmale dieser Rasse sind die gute Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, gute Grundfutterverwertung, ruhiges Temperament, ausgeprägter Mutterinstinkt, sehr gute Anpassungsfähigkeit und eine ausgezeichnete Fleischqualität. Das Fleisch des Pinzgauer Rindes zeichnet sich durch besondere Zartheit aus, ist feinfasrig und weist eine ansprechende Marmorierung auf.
Weitere wertvolle Leistungen der Pinzgauer Rasse sind die Erhaltung und Bewirtschaftung des Berggebietes und des alpinen Landschaftsbildes als Erholungsraum, und die Erzeugung von Produkten höchster Qualität. Der geringe Futterertrag schränkt die mengenmäßige Produktion ein, erhöht jedoch deren Qualität. Diese Rinderrasse erbringt einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Erhaltung des Berggebietes. Demzufolge sind die Pinzgauer Rinder für die Erzeugung der regionalen Produkte höchster Qualität von großer Bedeutung.
Durch den ständigen Druck zur Spezialisierung in Richtung Milchproduktion auf der einen und Fleischproduktion auf der anderen Seite wurde die Doppelnutzungsrasse Pinzgauer immer weiter zurück gedrängt. Ein gezieltes Marketing und spezielle Vermarktungsprogramme sichern den Bestand der Rasse Pinzgauer Rind.